Gerichtsurteile

Bereifung allgemein

Wer die Reifen seines Fahrzeug bis an die zulässige Grenze abfährt, verliert bei einem Unfall den Vollkaskoschutz.
Ein Autofahrer war bei Tempo 120 auf der Autobahn ins Schleudern gekommen und verunglückt. An seinem Fahrzeug entstand ein Totalschaden. Die Versicherung weigerte sich jedoch zu zahlen, obwohl an den Reifen die zulässige Mindestprofiltiefe (1,6 mm) noch nicht unterschritten war. Sie beurteilten das Verhalten als grob fahrlässig, deshalb muss die Versicherung nicht zahlen. Als Ordnungswidrigkeit ist das Verhalten nicht zu bestrafen.

LG Itzehoe; Az.: 3 O 153/01

Sommerreifen im Winter

Wird das nur mit Sommerreifen ausgestattete bevorrechtigte Kfz im Winter auf verschneiter Straße behindert und kommt es aufgrund eines Bremsvorgangs ins Schleudern, ist eine Mitverursachungsquote von 20 % anzunehmen"

AG Trier, 21. März 1986 unter 6 C 220/85 unter Hinweis auf § 17 Abs. 1 S. 2

Fahren mit Sommerreifen im Winter (Wintersport)

Wer im Winter in einem hochgelegenen Wintersportort mit Sommerreifen sowie auf dem Hinterrad für die Reifenart nicht zugelassenen Schneeketten ins Rutschen gerät und einen Unfall erleidet, hat den Versicherungsfall grob fahrlässig herbeigeführt. Kommt das Fahrzeug bei Winterglätte ins Rutschen und verunfallt hierbei, so hat der Versicherungsnehmer gegen seine Kaskoversicherung keinen Anspruch auf Schadenersatz.

Oberlandesgericht Frankfurt/Main, Az.: 3 U 186/02